In der Schule ist er schon ein bekanntes Gesicht, obwohl er bisher nur tageweise „ausgeholfen“ hat. Ab sofort darf sich Frank Berkel auf seine Aufgabe als Übergangslotse am Kuniberg Berufkolleg konzentrieren. Der 60-Jährige geht optimistisch in das neue Schuljahr: „Meine bisherigen Erfahrungen hier sind positiv. Vor den Ferien ist das Beratungsangebot gut angenommen worden.“
Lag im Frühsommer der Fokus darauf, Berufsfachschülerinnen und Berufsfachschüler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen, geht nun darum, die Jugendlichen beim Finden eines qualifizierten Praktikumsplatzes zu begleiten. Frank Berkel versteht sich dabei weder als Animateur noch als Zauberer. „Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in dem Prozess selbstverständlich aktiv mit.“
Je konkreter und realistischer ihre Vorstellungen sind, desto näher rückt der Erfolg. Schließlich soll das Praktikum den Weg zu einem attraktiven Ausbildungsplatz ebnen. Das Schulministerium erhofft sich von der Zunahme des Praktikumsumfangs „Klebeeffekte“. Als mehrjähriger Bildungsbegleiter beim Bildungszentrum des Handels bringt Frank Berkel viel Erfahrung mit und vor allem die Geduld, wenn seine Klienten Zeit für die Orientierung benötigen.
Bei ihm selbst kam auch einiges anders als erwartet: Sein Lehramtsstudium (Sozialwissenschaften, Geografie) musste er unterbrechen, um seinen erkrankten Vater als selbstständigen Handelsvertreter im Dentalbereich kurzfristig zu unterstützen. Er hatte Erfolg und blieb in der freien Wirtschaft, ehe er sich überlegte, „noch einmal neu anzugreifen“. Bei der Arbeit im Bildungszentrum profitierte er von seiner langjährigen Erfahrung im Sportverein.
Viereinhalb Jahrzehnte hat er in seinem Heimatort Wulfen Basketball gespielt, engagierte sich beim BSV als Trainer und arbeitete im Vorstand mit. Derzeit pausiert er und genießt die freie Zeit am Wochenende. „Das ist schon ein Luxus“, schmunzelt Frank Berkel, der sich vornimmt, in Zukunft sein E‑Bike häufiger zu benutzen.