Nachrichtenarchiv der Schule Oktober 2015

Fachtagung beleuchtet "Bildung OHNE Grenzen"

Aktueller geht es nicht! „Bildung OHNE Grenzen..." ist die Fachtagung der Schulsozialarbeiter sowie der Bildungs- und Teilhabeberater der Berufskollegs des Kreises Recklinghausen überschrieben. Die Veranstaltung beleuchtet – zwischen den Polen Migration und Traumatisierung – pädagogische Arbeitsansätze für den schulischen Alltag. Sozialarbeiter, Lehrer, Netzwerkpartner und andere Interessierte aus der Region haben sich für die Fachtagung am 5. November (Donnerstag), die von 9 bis 16 Uhr im Kuniberg Berufskolleg ausgerichtet wird, angemeldet.

Der schulische Alltag wird zunehmend durch die unterschiedliche kulturelle und soziale Herkunft der Schülerschaft geprägt. „Die Auseinandersetzungen mit kulturellen Werten, Normen und Regeln sind schon längst kein schulisches Randthema mehr", versichert Renate Oendorf, Schulsozialarbeiterin am Kuniberg Berufskolleg. Sie ergänzt: „Wir begegnen Schülern mit ihren unterschiedlichsten Lebensbedingungen und ihren verschiedenen Biographien. Teilweise werden wir vor Anforderungen gestellt, die uns unbekannt und auch fremd sind, vielleicht sogar dem eigenen Werteschema widersprechen."

Sabine Stolz, Schulsozialarbeiterin am Herwig-Blankertz-Berufskolleg, fügt hinzu: „Um diesen Anforderungen besser begegnen zu können und gleichzeitig ‚kreative' Herangehensweisen zu entwickeln, möchten wir dies gemeinsam mit Fachkräften, Akteuren aus der Schule, ihren Netzwerkpartnern und Interessierten thematisieren." Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung, die von Hella Sinnhuber moderiert wird, stehen Vorträge und Wokshops.

Dr. Dima Zito und Ernest Martin vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge in Düsseldorf referieren zum Thema: "Pädagogische Ansätze in der Schule zum Thema Migration und Traumatisierung". Dagmar Aumüller von der Paulus-Canisius-Hauptschule stellt im Anschluss das seit über 20 Jahren erfolgreiche Modell der „Internationalen Orientierungsklasse" vor. Für den fachlichen Austausch stehen die Referenten im Anschluss an die Vorträge in Workshops zur Verfügung.

 

Ein Traum ist Wirklichkeit geworden und zieht Kreise

Nachhaltigkeit steht zwar nicht als Unterrichtsfach auf dem Stundenplan des Kuniberg Berufskollegs, stellt aber eine Kernkompetenz dar, die die Absolventen der Wirtschaftsschule erwerben. Das ist vor allem ein Verdienst des Weltladens. „Durch ihn bekommen die Schülerinnen und Schüler praktisch einen Blick für globale Zusammenhänge", betont Schulleiter Dr. Walter Schulte in seiner kurzen Ansprache zum 20-jährigen Bestehen des Weltladens.

Gefeiert wird der runde Geburtstag am Mittwoch (28. Oktober) in der Aula des Berufskollegs. Mit dabei ist Schwester Soledad. Die Ordensfrau aus Peru verkörpert seit zwei Jahrzehnten die Partnerschaft des Weltladens mit dem Andenstaat. Die Stadt Recklinghausen ist durch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Dymke und den Dezernenten Georg Möllers vertreten. Das Petrinum, das Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg und die Oer-Erkenschwicker Christoph-Stoever-Realschule haben als Weltladen-Partnerschulen Abordnungen entsandt.

In dem gut 100-minütigen Festprogramm werden folkloristische und nachdenkliche Impulse gesetzt. Es gibt südamerikanische Musik der Gruppe Rodrigo Vidal und eine Tanzvorführung von vier Lehrern in peruanischen Trachten, aber auch die Lesung des bekannten Schauspielers Martin Brambach, der mit den Worten des früheren brasilianischen Erzbischofs Dom Helder Camara die Ungerechtigkeit des Welthandels hinterfragt.

Christel Schürmann-Riewe, seit der Gründung 1995 Kopf und Herz des Weltladens, macht deutlich, dass durch die Einrichtung ein Traum Wirklichkeit geworden sei. Die Auseinandersetzung mit dem Fairen Handel erfolge nicht in einer Laborsituation, sondern in der kaufmännischen Realität. Die Schülerinnen und Schüler des Wahlkurses in der Jahrgangsstufe 12 des Wirtschaftsgymnasiums führen den Weltladen – von der Warenbestellung bis zur Inventur.

Nicht ohne Stolz konstatiert die Vorsitzende, dass die Arbeit des Weltadens Kreis gezogen habe: Das Kuniberg Berufskolleg ist eine „Fair-Trade-School"; in der Cafeteria wird ausschließlich fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt; einmal im Jahr trifft sich die Schulfamilie zu einem fairen Frühstück. Und: Der Weltladen ist zum Vorbild geworden für mehrere andere Schulen in der Region und darüber hinaus.

Erlöse aus dem Weltladen und aus den Sonderaktionen unterstützen die Bildungsarbeit von Schwester Soledad in Peru. Anika Schmitt, die ihr Auslandspraktikum im Frühjahr in Südamerika absolviert hat und die im kommenden Jahr in Abitur auf dem Kuniberg baut, interviewt die Ordensfrau, um den Festgästen auch diese Perspektive der Eine-Welt-Arbeit zu eröffnen.

Nach dem Festakt in der Aula lädt Daniela Dox, die durch das Programm geführt hat, ins Foyer der Schule ein. Dort bildet ein Markt der Möglichkeiten die Facetten der Weltladenarbeit ab. Monika Tomazic, 2. Vorsitzende, des Weltladens, koordiniert die Aktivitäten.

Lieferanten stellen sich und ihre Produkte vor. „Engagement Global" und „Food Sharing" haben Informationsstände aufgebaut. Das „Schoko-Lädchen" und die Kaffee- und Tee-Lounge" laden zum Verweilen ein. Immer wieder gibt es ein lautes Hallo, weil viele Ehemalige die Gelegenheit nutzen, den Geburtstag mitzufeiern. Die Bewirtung übernehmen wie die Betreuung der meisten Stände die Weltladenschüler. Und zwar gern, wie Justin Baum stellvertretend für den Wahlkurs versichert.

 

 

Weltladen feiert mit Schwester Soledad

Der Weltladen im Kuniberg Berufskolleg feiert sein 20-jähriges Bestehen. Genauso alt ist die Partnerschaft mit Peru. Das doppelte Jubiläum wird am Mittwoch (28. Oktober) gefeiert. Die Veranstaltung steht nach Bischof Jacques Gauillot unter dem Leitwort: "Was allein zählt, ist der Mensch."

Zur Feier des Tages kommt Schwester Soledad aus dem Andenstaat auf den Kuniberg. Die Ordensfrau verkörpert die Partnerschaft mit Peru. Sie wird die gemeinsamen Projekte vorstellen. Außerdem hält der bekannte Schauspieler Martin Brambach eine Lesung. Der Festakt beginnt um 9.45 Uhr in der Aula des Berufskollegs.

Ab 11.30 Uhr gibt es im Foyer der Schule einen Markt der Möglichkeiten, der von unterschiedlichen Gruppen und Initiativen beschickt wird. So stellen sich zum Beispiel die Lieferanten des Weltladens vor. Es gibt Informationen zu "Food-Sharing" und "Upcycling", ein "Schoko-Lädchen" und eine Kaffee- und Tee-Lounge.

 

Prominenter Besuch rundet Klimawoche 2015 ab

Mit einem Besuch des Landtagsabgeordneten Reiner Priggen endete am Freitag die siebte Klimawoche am Kuniberg Berufskolleg. Der Gast aus Düsseldorf, bis zum Frühjahr Vorsitzender der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, thematisierte die Folgen des Klimawandels und zeigte Möglichkeiten auf, mit der Menschen konkret einen Beitrag zur Schonung des Klimas leisten können, zum Beispiel durch den Bau von Passivhäusern.

Den Kontakt zu dem Spitzenpolitiker war von dem angehenden Kaufmännischen Assistenten Lucas Kurth hergestellt worden. Er hatte im Sommer ein Praktikum beim Ortsverband der Grünen in Oer-Erkenschwick absolviert und sich in der Zeit mit Erfolg für ein Mandat im dreitägigen Jugendlandtag beworben. Rainer Priggen illustrierte seinen Vortrag für die Oberstufe der Assistenten und Politik-Lehrerin Anna Zygiel mit zahlreichen Fotos, etwa über Automodelle mit geringerem CO₂ -Ausstoß.

„Den Skandal bei Volkswagen hat er selbstverständlich auch kommentiert und von einem ‚kriminellen Vorgehen' gesprochen", hebt Lucas Kurth hervor. Er empfand die Diskussion mit dem Politiker als interessante Veranstaltung, zumal der Gast auch zu anderen aktuellen Themen wie der Flüchtlingssituation Stellung bezog und sehr offen über seinen eigenen Werdegang berichtete.

Begonnen hatte die Klimawoche auf dem Kuniberg mit einem Projekttag der Assistenten-Mittelstufe. Die Schülerinnen und Schüler experimentierten in Gruppen zu Energieeinsparung, Strom und Wärme von der Sonne, Windkraftanlagen und intelligenten Stromnetzen der Zukunft. „Es war spannend zu erfahren, dass ein Windrad am Haardrand ungefähr 2000 Haushalte mit Strom versorgen kann oder dass im Stromnetz der Zukunft Haushaltsgeräte je nach vorhandenem Energieangebot automatisch zu- und abgeschaltet werden können", resümiert Fachlehrerin Angelika Bakenfelder als Koordinatorin der Klimawoche.

Die Firma Geoscopia-Umweltbildung zeigte den Schülern mithilfe von Satellitenbildern anschaulich den Klimawandel. In weiteren Unterrichtsprojekten ging es um die Ökologie des Waldes, die eine Schülergruppe der Höheren Handelschule im Rahmen einer Exkursion in einen nahegelegen Forst untersuchte, um nachhaltige Produktion von Kleidung und um Lebensmittelverschwendung.

Am Donnerstag machten sich Schülerinnen und Schüler auf, um im Sitzungssaal des Kreishauses unter Leitung der Landesarbeits­gemeinschaft Agenda 21 ein klimapolitisches Planspiel durchzuführen. Die Schüler schlüpften dabei in die Rollen von Bewohnern der Südhalbkugel, die unter Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Sie mussten über Maßnahmen entscheiden, damit das Dorf mit den Folgen des Klimawandels leben kann.

Abgeschlossen wurde die Klimawoche zum zweiten Mal mit einer Vorstellung exemplarischer Arbeitsergebnisse, diesmal in der Aula des Berufskollegs und erneut vor einer Vielzahl an Kuniberg-Schülern.